C1: Bad Vilbeler U-15-Juniorinnen jetzt auch international erfolgreich

Nach ihrem 3. Platz beim VW-Cup in Wolfsburg haben die U-15-Juniorinnen der MSG Bad Vilbel beim Cordial-Cup in Österreich, einem der größten Jugendfußball-Turniere Europas, erneut für Aufsehen gesorgt und wurden erst im Finale vom 1. FC Nürnberg unglücklich im Elfmeter-Schießen gestoppt.

Im internationalen Teilnehmerfeld (USA, Schweiz, Österreich, Italien, Finnland, Deutschland) hatten die MSG-Mädels mit dem Titelverteidiger FC Strikers South Coast aus den USA sowie dem 1. FC Nürnberg, dem 1. FC Saarbrücken und einer Verbandsauswahl aus der Ost-Schweiz die vermutlich anspruchsvollste Gruppe erwischt.

Gleich im ersten Spiel ging es gegen die US-Amerikanerinnen von Strikers South Coast, die sehr körperbetont agierten, den MSG-Mädels aber spielerisch unterlegen waren. So stand es nach einem Tor von Chantal May, die nach einem Alleingang frei vor dem Tor den Ball flach einschob, folgerichtig bald 1:0. Weitere Chancen wurden dann teilweise leichtfertig vertan und die Strikers kamen in der Schlußminute mit ihrer einzigen Chance nach einer Ecke und einer Unachtsamkeit in der Bad Vilbeler Abwehr zum Ausgleich. So sehr der Punktverlust schmerzte, hat sich MSG-Trainer Rüdiger Köhler über die von den Strikers nach dem Spiel spontan ausgesprochene Einladung zum Turnier der Strikers im Sommer kommenden Jahres gefreut. Also auf nach Huntington Beach in 2016. Im zweiten Spiel ging es auf einem engen Kunstrasenplatz gegen die Ostschweizerische Verbandsauswahl. In diesem eher kampfbetonten Spiel gelang nach 2 Toren von Kara Liebich, davon einem sehenswerten Kopfball zum 1:0, und einem Gegentor der Schweizer ein knapper 2:1 Erfolg. Danach ging es – diesmal wieder auf dem hervorragend gepflegten Rasenplatz im Stadion von Westendorf – gegen den 1. FC Saarbrücken. Das Ziel, sich mit einem Sieg vorzeitig für das Viertelfinale zu qualifizieren, erhielt zunächst einen Dämpfer als die Bad Vilbeler Torhüterin Anna-Maria Schönig nach einem unglücklichen Zusammenprall mit einer Saarbrücker Spielerin verletzt vom Platz und mit einem Nasenbeinbruch ins Krankenhaus mußte. In Ermangelung einer Ersatztorhüterin stand von da bis zum Turnierende Kara Liebich im Tor, die ihre Sache hervorragend machte. Die MSG steckte den Schock schnell weg und gewann durch 2 schöne Tore von Michelle Carpio in einer spielerisch überzeugenden Partie mit 2:0 gegen die Saarbrückerinnen. Im abschließenden Vorrundenspiel ging es gegen die Mannschaft vom 1. FC Nürnberg, das überwiegend größere Spielerinnen in ihren Reihen hatte. Beide Mannschaften neutralisierten sich weitgehend, sodaß es zu einem leistungsgerechten 0:0 kam, womit die Nürnbergerinnen aufgrund des um 1 Tor besseren Torverhältnisses Gruppensieger wurden.

Mit Spannung wurde dann das Viertelfinale gegen die in der Vorrunde spielerisch sehr überzeugende Juniorinnen-Auswahl aus Tirol erwartet. Die Bad Vilbeler Mädchen bekamen das Spiel recht schnell in den Griff, konnten aber ihre Überlegenheit trotz einiger guter Chancen leider nicht in Tore ummünzen, sodaß es ins Elfmeter-Schießen ging, das nicht das Letzte für die MSG sein sollte. Nach einem wahren 11er-Krimi und 7 (8?) Schützinnen auf beiden Seiten hatte Bad Vilbel das bessere Ende für sich. Der Jubel war entsprechend groß.

Im Halbfinale wartete der 1. FC Köln, mit den Frauen gerade in die 1. Bundesliga aufgestiegen, der mit einer sympathischen Eltern-Fan-Gemeinde, die mit Trommeln, Musikanlage und professionellen Fan-Gesängen bei allen Kölner Spielen für tolle Stimmung sorgte. Die Kölnerinnen waren mit 4 Siegen und ohne Gegentor durch die Vorrunde marschiert und wollten diese Serie gegen die ihnen noch nicht so bekannten Bad Vilbelerinnen fortsetzen. Der Spielverlauf sah jedoch die MSG insgesamt im Vorteil, die sich die klareren Chancen herausarbeiten konnte. Die beste dieser Chancen, ein gefühlvoller Heber von Ana Belén Perez, machte die Kölner Torhüterin – später auch zur besten Keeperin des Turniers gewählt – mit einer außergewöhnlichen Glanzparade zunichte und brachte ihre Mannschaft damit ins Elfmeter-Schießen. Die Bad Vilberinnen, nun schon erfahren mit dieser Situation, hatten das bessere Ende für sich und realisierten damit den Finaleinzug, der auch schon nach der regulären Spielzeit verdient gewesen wäre. Ach ja: die sympathischen Kölner Fans wissen jetzt auch, wo Bad Vilbel liegt.

Für ausgiebiges Jubeln war nicht viel Zeit, da für das Finale der Umzug nach Sankt Johann anstand. Im dortigen Stadion fanden alle Endspiele statt; neben dem U-15 Finale der Juniorinnen, auch die Endspiele der U-11, U-13 und U-15 Junioren. Es war für die Bad Vilbeler Mädchen ein besonderes Erlebnis vor ca. 2.000 – 3.000 Zuschauern das Finale zu bestreiten.

Eingebettet in das U-13 Finale, das St. Gallen aus der Schweiz gewann, und das U-15 Finale, in dem sich der 1. FC Nürnberg gegen Dinamo Zagreb durchsetzte, kam es für die U-15 Juniorinnen der MSG Bad dVilbel dann erneut zur Auseinandersetzung mit ihrem Vorrundengegner 1. FC Nürnberg, der im Halbfinale die favorisierten Mädchen von der TSG Hoffenheim ausgeschaltet hatte. In einem gut-klassigen, von der Taktik geprägten Spiel, in dem man beiden Teams den Kräfteverzehr des bisherigen Turniers anmerkte, konnten sich weder die Bad Vilberinnen noch die Nürnbergerinnen echte Vorteile oder klare Chancen herausspielen, sodaß das Spiel 0:0 endete. Diesmal war das Elfmeter-Glück leider auf Seiten des 1. FC Nürnberg, der sich beim 11-Meter-Schießen der MSG gegen den 1. FC Köln offensichtlich die richtigen Notizen gemacht hatte, denn die Nürnberger Torhüterin konnte einen platziert geschossenen Elfer der dritten MSG-Schützin mit einem Sprung in die richtige Ecke entschärfen.

Auch wenn eine Final-Niederlage, zumal im 11-Meter-Schießen, immer etwas wehtut, waren die U-15-Juniorinnen der MSG Bad Vilbel, ihr Trainerteam um Rüdiger Köhler sowie die zahlreich mit nach Österreich gereisten Eltern dennoch sehr glücklich und zufrieden mit dem Erreichten. Die MSG, amtierender Hessenmeister bei den C-Juniorinnen, konnte erneut zeigen, dass sie in der Spitze des deutschen Mädchen-Fußballs in dieser Altersklasse sehr gut mithalten kann, und auch die Klasse hat, bei internationalen Turnieren ganz vorne dabei zu sein. Immerhin hat die MSG Bad Vilbel den 1. FC Köln (Platz 3), die TSG Hoffenheim (Platz 4) sowie weitere renommierte Mannschaften wie den VFL Wolfsburg, Grasshoppers Zürich, Sturm Graz, Helsinki sowie den Titelverteidiger FC Strikers South Coast hinter sich gelassen.

Für die MSG Bad Vilbel spielten:

Anna-Maria Schönig , Celina Steppan, Celina Howell, Marina Fitzner, Katharina Döll, Jil Träger, Sophie Trepohl, Annika Strahl, Alicia Gielnik Casado, Chantal May, Julia Braungardt, Kara Liebich, Alice Empter, Sandra Reisinger, Michelle Carpio und Ana Belén Perez